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Mit "Tussenpower" zum Hessischen Schultheatertreffen
Veröffentlicht am: 14:26:52 15.05.2010
Große Freude an unserer Schule: Unter etwa 40 Bewerbungen wurde die Theater-AG der Schule zum diesjährigen hessischen Schultheatertreffen in Frankfurt eingeladen, bei dem alljährlich die acht Produktionen aus ganz Hessen gezeigt werden, die von den Juroren als die interessantesten bewertet wurden. Dabei konnte die Neckarsteinacher Truppe bei der Bewerbung nur Probenszenen vorführen, denn die Uraufführung des Stückes „Lysistrata - Tussenpower“ in der Schule war ursprünglich erst nach den Pfingstferien geplant. Worum geht es bei dieser Adaption des antiken Stoffs?
Es gibt drei verschiedene Gruppen in der Stadt. Die Punks, die Ökos und die Schicki-Mickis wollen jedoch nichts miteinander zu tun haben, sie bekriegen sich sogar. Da tun sich die Mädchen der drei Cliquen zusammen und beschließen „zu streiken“. Das heißt, sie werfen die Jungs raus, wollen sie nicht mehr sehen, keine Verabredung, keine Zärtlichkeit, „Liebesverweigerung“. Solange bis die Jungs mit dem Bekriegen und Bekämpfen aufhören.
Ein Stück für eine Gruppe mit mehr Mädchen als Jungs, ein lustiges Stück, aber auch eine Art „Lehre“ für die, die immer streiten und kämpfen. Regie führt Edith Brandt-Bachmann unter Assistenz von Johannes Mayer, beide sind ausgebildete Theaterpädagogen und Lehrer unserer Schule.
Ein erster Bericht von der Aufführung in Frankfurt
Das Wichtigste zuerst: Die Aufführung am Freitag, dem 14.Mai in dem Theater-Studio des Schultheatertreffens war ein großer Erfolg: Häufiger Szenenapplaus, Jubel und Ovationen zum Schluss, als alle Mitwirkenden und die beiden Spielleiter auf die Bühne kamen. Kein Wunder: Das Stück war witzig, unterhaltsam und mit Tempo und Spielfreude in Szene gesetzt. Dabei waren besonders die Szenen eindrucksvoll, in denen die Schülerinnen und Schüler Rollen spielten, die etwas mit ihnen selbst und ihrer eigenen Lebenswelt zu tun hatten: eine umwerfende Shopping-Parade, Macho-Demonstrationen, Anmache - zum Höhepunkt wurde die als Slapstick angelegte Schlüsselszene, in der die muntere Kyrine ihren hoffnungsvoll herbeigeeilten Lover Kinesias erst scheinbar verführt und dann am ausgestreckten Arm verhungern lässt. Hervorragende Solo-Auftritte und choreographisch überzeugend gestaltete Massenszenen machen das Stück sehr abwechslungsreich. Hier und da könnte noch an Aussprache und Ausdruck gefeilt werden.
Diese tolle Leistung unserer Theater-AG ist umso höher einzuschätzen, als die Aufführung in Frankfurt die Premiere war - die Truppe hatte das Stück überhaupt noch nie aufgeführt. Als die Nominierung für das Theatertreffen kam, war nur noch wenig Zeit, und von Sonntag bis Donnerstag wurde pausenlos geprobt und viel Freizeit geopfert. Was SchülerInnen leisten können, wenn sie für ein Projekt motiviert sind, wird hier wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Und dass diese Premiere vor fremdem Publikum und auf einer unbekannten Bühne - für das Einproben stand nur wenig Zeit zur Verfügung - so gut gelang, das überraschte mich wirklich. Ich hatte schlimmstes Lampenfieber, als ich das Theater-Studio betrat, aber unsere SchülerInnen spielten so, als wären sie im heimischen "Stadion". Gratulation auch und vor allem an Edith Brandt-Bachmann und Johannes Mayer, die hier ganze Arbeit geleistet haben.